Vielfalt in der Stadt
In der Kleinen Aula findet derzeit die Ausstellung "Bitte nicht rechts abbiegen" statt. Diese Ausstellung, konzipiert als Stationenarbeit, hat das Ziel, Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 für die Gefahren extremistischer Parteien zu sensibilisieren. Sie bietet vielfältige Möglichkeiten, Gedanken zu äußern, Gefühle mitzuteilen und Meinungen zu diskutieren.
Einstiegsimpuls ist der Kurzfilm „Oma, was war nochmal dieses Deutschland?". Er zeichnet ein abstraktes und dystopisches Zukunftsbild eines Deutschlands ohne Migration. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren, ob die dargestellte Situation realistisch ist und welche Gefühle und Gedanken der Film bei ihnen auslöst.
Eine weitere Station thematisiert die Vielfalt in der Stadt: Auf einer Karte von Villingen-Schwenningen sind viele Fähnchen angebracht, die Geschäfte und Restaurants markieren, die von Menschen mit Migrationsgeschichte betrieben werden. Die Schülerinnen und Schüler werden angeregt, sich vorzustellen, wie die Stadt ohne diese Vielfalt aussehen würde, und diskutieren über die Bedeutung von Migration und kultureller Vielfalt für das städtische Leben.
Noch näher an der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler ist die nächste Station: Sehr eindrücklich zeigt sie Bilder einer Schulklasse, einmal mit und einmal ohne Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei ist das zweite Klassenzimmer leer. Diese visuelle Darstellung soll die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, über die Bedeutung von Vielfalt und Integration in ihrem eigenen Umfeld nachzudenken und darüber zu diskutieren, wie sich die Klassengemeinschaft durch Migration verändert.
Ein weiterer Diskussionspunkt ist das Wahlprogramm einer fiktiven Partei mit dem Namen „GfD: Gutes für Deutschland“. Die Schülerinnen und Schüler der Vorbereitungsgruppe haben dieses Programm selbst erdacht und die Ausstellungsbesuchenden diskutieren nun darüber, ob sie diese Partei wählen würden. Dies fördert das kritische Denken und die politische Meinungsbildung der Teilnehmenden.
Besonders interaktiv ist die Abstimmung über die Gründe, warum Menschen rechtsextreme Parteien wählen könnten. Zu den möglichen Gründen zählen der Wunsch nach Veränderung, Frustration, Unzufriedenheit, Kritik an der bestehenden Politik, soziale und ökonomische Unsicherheit sowie die Angst vor Kriminalität und Migration. Die Schülerinnen und Schüler können ihre Meinungen äußern und reflektieren über die unterschiedlichen Motivationen.
Die Ausstellung wurde von den Mitgliedern der AG „GaD: Gegen alle Diskriminierungen!“, zu denen Johanna Siegl, Yousef Shaikheleid, Jens Trapp und Dina Melzer gehören mit Unterstützung von Georg Kozielski organisiert. Sie stehen den Schülerinnen und Schülern während der gesamten Ausstellung für Fragen und Diskussionen zur Verfügung und leisten wertvolle Aufklärungsarbeit.
Denn die Ausstellung "Bitte nicht rechts abbiegen" ist ein wichtiger Beitrag zur politischen Bildung und zur Sensibilisierung der Schülerinnen und Schüler für die Gefahren extremistischer Parteien. Die vielfältigen Stationen ermöglichen einen interaktiven und reflektierten Zugang zu diesem wichtigen Thema und fördern das Bewusstsein für die Bedeutung von Vielfalt und demokratischem Engagement in der Gesellschaft.



