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Kulturpreis für „medea.“

Mit ihrer Inszenierung „medea.“ hat die Theater-AG des Gymnasiums am Deutenberg den Kulturpreis Schwarzwald-Baar 2026 in der Kategorie „Schultheater – junge Erwachsene“ gewonnen. Bei der Preisverleihung am 4. November im Landratsamt in Villingen würdigte Jurymitglied Marnie Schulz besonders die Verbindung von künstlerischem Anspruch und gemeinsamer Bildungsarbeit. Insgesamt waren für den diesjährigen Kulturpreis im Bereich Theater, Schauspiel und Kleinkunst über 20 Einreichungen eingegangen.

„Es ist wirklich eine sehr facettenreiche Arbeit gewesen auf verschiedenen Ebenen“, erklärte Schulz in ihrer Laudatio. Ihre Würdigung galt dabei dem Zusammenspiel von Schauspiel, Sprache, Raum, Musik und Bildern ebenso wie der intensiven Beschäftigung der Jugendlichen mit dem antiken Stoff. „Beim Zusehen war deutlich zu sehen, dass die Schauspieler auch verstehen, was sie da gesprochen haben.“ Gerade ein Text aus der griechischen Mythologie verlange Zeit und Auffassungsvermögen – eine Auseinandersetzung, die auf der Bühne erkennbar geworden sei.

Das Ensemble hatte Euripides’ Tragödie durch eigene Texte und unterschiedliche künstlerische Perspektiven erschlossen. Selbst geschriebene Monologe ergänzten den antiken Text um die Sichtweisen der Figuren. Die Jury hob hervor, dass die Übertragung in die Moderne gelungen sei, ohne plakativ zu wirken. Die Gegenwart entstand aus den Stimmen und Fragen der Jugendlichen und ihrer Begegnung mit den Konflikten des Stücks.

Besonders überzeugte die doppelte Besetzung der Titelrolle mit Karina Rassejkin und Mirja Wohlfahrt. Als Mutter und Rächerin verkörperten sie gleichzeitig wirksame, widerstreitende Kräfte derselben Figur. Medeas innerer Konflikt wurde dadurch körperlich und räumlich sichtbar. Schulz bezeichnete diese Entscheidung als eines der Highlights der Inszenierung.

Zur Vielseitigkeit der Arbeit gehörte für die Jury auch, wer daran beteiligt war und Verantwortung übernahm. Die Theater-AG spreche Jugendliche mit ganz unterschiedlichen Interessen an, darunter auch solche, die zunächst wenig Berührung mit Theater hätten. Ausdrücklich lobte Schulz zudem die von den Schülerinnen und Schülern selbst betreute Technik und Musikgestaltung. Der Preis würdigt damit eine gemeinsame Arbeit, in der die Jugendlichen auf der Bühne, beim Schreiben, in der Musik und hinter den Kulissen die Inszenierung mitgestalten.

Vergeben wird der Kulturpreis vom Schwarzwald-Baar-Kreis und der Sparkasse Schwarzwald-Baar. Im Anschluss an die Auszeichnung stellte die Theater-AG ihre Arbeit mit einem Videoausschnitt aus „medea.“ vor.

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