Eine Schule liest und wächst zusammen

Mit zahlreichen Aktionen, Gesprächen und kreativen Projekten ist am Freitag die Lesewoche „Eine Schule liest ein Buch“ am Gymnasium am Deutenberg zu Ende gegangen. Eine Woche lang stand „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry im Mittelpunkt des Schullebens und damit ein Buch, das Generationen begleitet und dessen zentrale Idee, „mit dem Herzen zu sehen“, die Schulgemeinschaft in ganz unterschiedlicher Form beschäftigte.

Zu Beginn der Woche erhielten alle Klassen ihre eigene Ausgabe der Lektüre, damit täglich zur gleichen Uhrzeit für fünfzehn Minuten ein gemeinsamer Lesemoment unabhängig von Alter oder Fach entstehen konnte. Für diejenigen, die nicht in der Schule sein konnten, wurden die Textabschnitte zeitgleich auf der Homepage veröffentlicht und ermöglichten so eine Beteiligung über Klassenzimmer und Schulhaus hinaus.

In vielen Fächern wurde das Buch aufgegriffen: Im Deutschunterricht entstanden in Klasse 5 kleine „Fuchs-Karten“, handgeschriebene Botschaften über Freundschaft, die im Schulhaus verteilt wurden und schnell ihren Weg in Rucksäcke, Federmappen und Jackentaschen fanden. Die Kursstufe 2 organisierte eine Movie Night für die Klassen 5 bis 8, während die Stufe 7 zusammen mit Oberstufenschülerinnen und -schülern Prinzenplätzchen aus selbst gedruckten 3D-Ausstechformen backte. Andere Gruppen verlagerten das Projekt bewusst in den Stadtraum: Deutschschülerinnen und -schüler der Kursstufe 1 führten Straßeninterviews durch und gestalteten daraus Podcasts, in denen Passantinnen und Passanten von ihren eigenen Erinnerungen an den kleinen Prinzen erzählten.

Den Abschluss bildeten am Freitag unterschiedliche Angebote für alle Jahrgänge: Die Klassen 5 bis 8 wurden von der Kursstufe besucht und gestalteten kreative Mini-Workshops rund um die Themen Freundschaft, Verantwortung und Symbolik des Buchs, vom Knüpfen von Freundschaftsbändern über Rosenorigami bis hin zu kleinen Bild- und Bastelaktionen. Die Klassenstufen 9 und 10 besuchten das Schwenninger Capitol und sahen den Dokumentarfilm „Saint-Exupéry – Die Geschichte vor dem kleinen Prinzen“, der die Lektüre um biografische Zusammenhänge ergänzte.

Die Lesewoche machte deutlich, wie viel Potenzial in einer gemeinsamen Lektüre steckt. Sie führte zu Begegnungen zwischen Jahrgängen, zu Gesprächen über Werte und zu kreativen Zugängen, die Literatur unmittelbar erlebbar machten. Am Ende bleibt also mehr als eine gelesene Geschichte, sondern vielmehr eine Woche, in der eine Schule gemeinsam innehielt, nachdachte und sich auf ihre Weise daran erinnerte, dass das Wesentliche oft im Kleinen liegt – und manchmal in einem Fuchs, einer Rose oder einem einzigen gelben Stern.

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