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Ein Truck voller Zukunftstechnik

Drei Tage lang steht auf dem Schulhof des Gymnasiums am Deutenberg ein Truck, der mehr ist als ein Fahrzeug. Er ist Werkstatt, Labor, Produktionshalle und Berufsorientierungsmesse zugleich. Mit DISCOVER INDUSTRY ist eine mobile Erlebniswelt ans GaD gekommen, die Schülerinnen und Schülern nicht nur erklärt, was MINT bedeutet, sondern sie mitten hineinversetzt.

Neun Klassen nutzen das Angebot in den drei Tagen. Die meisten belegen das Basismodul „Industrie entdecken“. Dessen Grundidee ist ebenso einfach wie wirkungsvoll: Die Jugendlichen werden zu Gründerinnen und Gründern eines Start-ups. Sie haben eine Produktidee – doch wie wird daraus ein marktfähiges Produkt? Welche Fachkräfte braucht man? Welche Schritte sind nötig? Und wo genau stecken Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in diesem Prozess?

Die Antwort finden die Schülerinnen und Schüler nicht auf einem Arbeitsblatt, sondern an fünf interaktiven Stationen. Sie erproben, wie ein Produkt entsteht: vom ersten Entwurf über die Prüfung von Materialien bis zur Fertigung und Logistik. Dabei begegnen sie Technologien, die längst die Arbeitswelt prägen: 3D-Druck, Robotik, digitale Mikroskopie, Virtual und Augmented Reality. MINT wird so nicht als abstraktes Schulfachbündel sichtbar, sondern als Werkzeugkasten für reale Aufgaben.

Gerade darin liegt die Stärke des Projekts. Wer einen Roboter programmiert, merkt schnell, dass Mathematik mehr ist als Rechnen im Heft. Wer ein Objekt digital erfasst oder Bauteile untersucht, versteht, warum Genauigkeit, technisches Denken und naturwissenschaftliches Wissen zusammengehören. Und wer Produktionsprozesse virtuell erlebt, bekommt eine Ahnung davon, wie komplex moderne Industrie heute funktioniert.

Zwei Klassen können zusätzlich vertiefende Workshops besuchen. Im Workshop „Wie viel MINT steckt drin? – Objekt konstruieren“ arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit der Designsoftware SketchUp. Sie konstruieren einen Fidget Spinner, der anschließend mit dem 3D-Drucker hergestellt wird. Aus einer digitalen Zeichnung wird ein greifbares Objekt – und aus Mathematik plötzlich etwas, das man in der Hand halten kann.

Ein weiterer Workshop widmet sich der Künstlichen Intelligenz in der Industrie. Die Jugendlichen trainieren selbst ein visuelles KI-System, das verschiedene Objekte unterscheiden soll. Anschließend nutzen sie eine KI-gestützte Anleitung zur Montage eines Skateboards. Dabei wird hoffentlich deutlich: KI ist nicht nur ein Schlagwort aus Nachrichten und Apps, sondern längst Teil industrieller Arbeitsprozesse. Sie kann unterstützen, steuern, vereinfachen – muss aber auch verstanden, trainiert und kritisch eingesetzt werden.

Dass DISCOVER INDUSTRY drei Tage lang am GaD Station macht, war auch das Ergebnis sorgfältiger Organisation. Wegbereiterin auf Seiten der Schule war Camilla Vogl, Wirtschafts- und Biologielehrerin sowie BoGy-Koordinatorin. Damit brachte sie genau die Bereiche zusammen, die das Projekt ausmachen: Berufsorientierung, wirtschaftliches Denken und naturwissenschaftlich-technisches Verständnis. 

DISCOVER INDUSTRY ist ein Angebot im Rahmen von COACHING4FUTURE, einem gemeinnützigen Programm der Baden-Württemberg Stiftung, von SÜDWESTMETALL und der Regionaldirektion Baden-Württemberg der Bundesagentur für Arbeit. Für das GaD bedeutet der Besuch vor allem eines: Berufsorientierung zum Anfassen.

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