Autorenlesung in der 8b

„Autorin aus Versehen“ - Mehrnousch Zaeri-Esfahani besucht die Klasse 8b

Nachdem der Jugendroman „33 Bogen und ein Teehaus“ über mehrere Wochen im Deutschunterricht bei Frau Herden behandelt wurde, war es nun endlich soweit. Am 21.Oktober 2019 bekam die Klasse 8b, im Rahmen des Deutschunterrichts, Besuch von der gebürtigen iranischen Autorin Mehrnousch Zaeri-Esfahani.

„Ich werde nicht vorlesen, sondern erzählen.“ Mit diesen Worten nahm die Autorin gleich zu Beginn ihres Besuchs am Gymnasium am Deutenberg der Klasse die Befürchtung vor einer langweiligen Autorenlesung und die Klasse zeigte ein redliches Interesse an den Schilderungen der Autorin.

Frau Zaeri-Esfahani gab besondere Einblicke in ihr Leben, erzählte lustige und traurige Anekdoten aus ihrer Kindheit und wie ihr autobiographischer Jugendroman entstand. Dass ihre Eltern ihr eigenes Leben für die Freiheit ihrer Kinder aufgaben. „Denn aus der Heimat flüchtet man nur, wenn etwas ganz schlimmes passiert. Jedoch bezahlt man dafür einen hohen Preis. Für meine Eltern war das Opfer die Freiheit. Sie leben bis heute ohne Heimat.“

Aufgrund von Depressionen öffnete sie ihre persönlich “Schatzkiste“ mit Erinnerungen erst 30 Jahre später und setzte sich erst so mit ihrer damaligen Flucht intensiv auseinander. Sie schrieb diese Auseinandersetzung über vier Jahre auf. Damit entstand eher zufällig ihr Buch 33 Bogen und ein Teehaus und sie wurde so aus Versehen zur Autorin.

Den Schülerinnen und Schülern erklärte sie eindrucksvoll die Situation im damaligen Iran. Wie sie auf ihrer ersten Fluchtstation in der Türkei die Schulkinder beneidete, die zur Schule gehen durften. Sie aber war von der Schule ausgeschlossen und wurde zu einem Straßenkind. Den Behörden waren die vielen Flüchtlinge schlichtweg egal. Sie schilderte lebhaft, wie die deutschen Behörden ihre Familie schlecht behandelten, von ihrem schlechten Start in Deutschland und ihrer anfangs schwierigen Schulzeit in Heidelberg. Anschließend beantwortete sie zudem die zahlreichen Fragen der Schülerinnen und Schüler und signierte abschließend deren Taschenbücher.

Für Schülerinnen und Schüler ist es keine alltägliche Erfahrung, die Autorin einer Schullektüre direkt kennen zu lernen und ihr Fragen stellen zu dürfen. Um den Besuch der „Pilgerin aus Isfahan“ überhaupt ermöglichen zu können, verkauften die Schülerinnen und Schüler in den Wochen zuvor fleißig Kuchen in der großen Pause. Und der Aufwand lohnte sich. Die 2 ½ Schulstunden gingen vorbei wie im Flug. Am Ende ermutigte die Autorin mit ihrer unkomplizierten und humorvollen Art die Schülerinnen und Schüler, auch ihr eigenes Leben mutig anzugehen.

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