Deutsche und französische Schüler in Weimar

Deutsche und französische Abibac-Schüler auf den Pfaden der deutschen Klassik und Geschichte bei der Drittortbegehung in Weimar

Ende Februar 2018 ging es für die Französisch-bilingual-Schüler der 10. und 11. Klasse des Gymnasiums am Deutenberg für fünf Tage zu einer Drittortbegegnung nach Weimar. Gegen 9:30 Uhr wurden die Schüler mit einem Bus, in dem sich schon sehr viele französische Schüler des Lycée Jean Mermoz aus Saint-Louis/Elsass befanden, abgeholt, um schließlich nach Thüringen zu fahren.

Die Fahrt nach Weimar wurde zum Kennenlernen der beiden Schülergruppen genutzt und schnell stellte man fest, dass man sich sehr gut verstand. Als die Schüler am Nachmittag in Weimar ankamen, wurden zunächst die gemischten Zimmer bezogen, in denen sich sowohl deutsche als auch französische Schüler befanden. Nach dem Beziehen der Zimmer stand eine Stadtrallye durch Weimar auf dem Plan. Auch hier befanden sich stets Schüler beider Schulen und Länder in einer Gruppe.

Nachdem alle Schüler ihre Koffer ausgepackt hatten, ging es im Gruppenraum weiter. Es wurden Spiele zum Kennenlernen gespielt und die Stimmung war sehr gut.

Am Dienstagmorgen machten sich die Schüler auf den Weg in die Innenstadt Weimars, um hinter die Kulissen des „Deutschen National Theaters“ zu schauen und Eindrücke zu sammeln, wie Theater von der Bühne bis zu den Werkstätten funktioniert.

Nach einem Mittagessen in kleinen Gruppen ging es mit dem Bus ein Stück raus aus Weimar zum Konzentrationslager Buchenwald. Auch hier bekamen die Schüler eine Führung und lauschten gespannt und schockiert den schrecklichen Geschehnissen der 30er und 40er Jahre, die die Schattenseiten des „Mythos Weimar“ aufzeigten. Das nahe gelegene gigantische Mahnmal aus den 1950er Jahren verdeutlichte zudem die Bedeutung des Antifaschismus in der ehemaligen DDR.

Am Abend saßen die deutschen und französischen Schülerinnen und Schüler in Arbeitsgruppen zusammen, um Fragen für Befragungen der Leute in Weimar und Erfurt zu finden.

Diese Fragen wurden auch schon am nächsten Morgen und Mittag nach einer Besichtigung des Goethehauses genutzt. Die ansprechende Führung durch das Goethemuseum machte den Schülern die Bedeutung der Weimarer Klassik nur allzu bewusst, zumal der „Faust“ nun Abiturthema für das baden-württembergische Deutsch-Abitur ist.

Am Nachmittag ging es für die Schüler dann nach Erfurt, in die thüringische Landeshauptstadt, wo sie in der schönen Innenstadt ebenfalls Befragungen rund um das Thema "Mythos Weimar" durchführten.

Nach der Rückkehr und dem gemeinsamen Abendessen in der Jugendherberge durften die Schülerinnen und Schüler anschließend ein Theaterstück des „Deutschen National Theaters“ sehen. Das Stück "Helden! Oder warum ich einen grünen Umhang trage" handelt vom Kampf gegen rechts, denn nachdem der Protagonist Jonas seinen besten Freund Mo aus Eifersucht bei Neonazis verraten hatte und dieser aufgrund seiner Kampfverletzungen im Koma lag, wird Jonas einiges klar und nun versucht er zusammen mit seinen besten Freunden gegen rechts zu kämpfen. Nach der Aufführung durften die Schüler noch Fragen an die Schauspieler stellen, die bereitwillig zwischen Deutsch und Französisch hin- und herjonglierten.

Nach dem Frühstück am Donnerstagmorgen stand eine Führung durch die Anna-Amalia-Bibliothek auf dem Plan, bei der die Schüler die wunderschöne Bibliothek besichtigten, die  nach der Renovierung aufgrund eines Brandes im Jahre 2004 wieder im alten Glanz erstrahlt. Auch nach der Führung standen noch einmal Befragungen der Leute in Weimar an, bei denen die Schüler viel über Weimar und das Selbstverständnis der Leute lernen konnten.

Nach dem Mittagessen ging es für die Schüler wieder zurück in die Jugendherberge, wo in den Arbeitsgruppen die Präsentationen für den Abend vorbereitet wurden.

Nach ein paar Stunden Arbeitszeit und dem gemeinsamen Abendessen fingen die jungen Schüler nacheinander an, in Gruppen das Geschehen und die Auswertungen der Befragungen der letzten Tage zu präsentieren. Viele Schüler ließen hierbei ihrer Kreativität freien Lauf und zeigten unter anderem Quizshows, Führungen oder Talkshows. Nach einem lustigen, gemeinsamen Abend ging es für die Schüler am nächsten Morgen in die Erfurter Innenstadt, wo sie eine Stadtführung durch die historische Altstadt bekamen und anschließend noch ein bisschen Freizeit hatten, bevor es gegen Mittag zurück nach Villingen-Schwenningen beziehungsweise nach Saint-Louis ging. Auf der Busfahrt wurde viel gelacht und auch geschlafen und als die Schülerinnen und Schüler aus Schwenningen gegen 18:15 Uhr wieder an der Schule ankamen, verabschiedete man sich mit einem lachenden und weinenden Auge, da in dieser Woche viele Freundschaften geknüpft worden sind. Die Schüler sind sich aber sicher, dass dies nicht das letzte Mal war, dass sie sich gesehen haben. Ein Wiedersehen mit den Abibac-Partnern ist bereits geplant.

Zurück