Abschied und Verabschiedungen

Endlich Ferien! Würdiger Schuljahresabschluss am GaD

Nach der Zeugnisausgabe in der dritten Stunde fand die traditionelle Entlassfeier in die Sommerferien der Schülerinnen und Schüler in der Sporthalle statt. In seiner Ansprache wünschte Schulleiter Manfred Koschek allen am Schulleben Beteiligten erholsame Ferien.

Im Anschluss fand die Verabschiedung von Peter Stier und Dr. Claudia Prentl sowie Referendaren im Kollegenkreis statt.

Frau Dr. Prentl wechselt nach erfolgreicher  pädagogischer Arbeit am GaD an eine andere Schule.

Peter Stier war lange Zeit Abteilungsleiter am GaD und geht in den verdienten Ruhestand. Zu seiner Verabschiedung gab er folgendes Interview:

1.    Warum sind Sie Lehrer geworden?

Schon während der Schulzeit entwickelte sich bei mir eine große Begeisterung für das Fach Biologie und das Bedürfnis, anderen  diese tolle Naturwissenschaft vermitteln zu wollen. Da ich schon seit frühester Jugend in unterschiedlichen Vereinen aktiv war und immer mit anderen Menschen zu tun hatte, konnte ich mir damals schon gut vorstellen, als Lehrer tätig zu sein. Allerdings hatte dieser Berufswunsch starke Konkurrenz durch das Fach Maschinenbau. Auch hier hatte ich über meine Familie ein tief verwurzeltes Interessensgebiet. Letztendlich obsiegte aber  mein großes Interesse an biologischen Phänomenen und der Wunsch mit Jugendlichen zu arbeiten.

2.    Ihr schönstes Erlebnis als Lehrer?

Diese Frage ist nur ganz schwer zu beantworten. Ich hatte viele sehr schöne Erlebnisse mit Schülerinnen und Schülern, aber auch mit Kolleginnen und Kollegen. Hier jetzt eine Auswahl zu treffen, ist ziemlich willkürlich, ich möchte aber jetzt stellvertretend ganz einfach zwei Erfahrungen der jüngsten Zeit nennen: Als ich aufgrund meiner Tätigkeit als „Umzugsmanager“ in den vergangenen zwei Wochen meinen Unterricht aufgeben musste und deshalb nicht mehr vor meinen Klassen stand, haben mich zu Beginn der 2. Umzugswoche Schüler/innen einer 9. Klasse im „Container“ gesucht, gefunden und auf ganz eine herzliche  Art verabschiedet. Eine herrliche Überraschung haben mir  Schüler/innen einer anderen 9. Klasse am letzten Schultag bereitet. Zwei sehr wohltuende Gesten von der anderen Seite des Lehrerpults aus! Aber, wie gesagt, dies ist eine willkürliche Auswahl. Viele andere Ereignisse hätten genauso eine Erwähnung verdient.

3.    Warum haben Sie diese Fächer gewählt? 

Das war eine ganz natürliche Wahl! Biologie war die große Liebe und aus Fachpragmatismus habe ich dann die Chemie als wichtigste Hilfswissenschaft der Biologie dazu gewählt. Unterrichtet habe ich beide Fächer sehr gerne.

4.    Wie hat sich die Schule Ihrer Meinung nach gewandelt?

Über diese Frage könnte man sicherlich über jedes Jahrzehnt meiner unterrichtlichen Arbeit eine eigene Doktorarbeit schreiben. Schule unterliegt, wie die Menschen, die darin arbeiten, einem starken Wandel, der natürlich mit den gesellschaftlichen Veränderungen einhergeht. Die Dynamik, mit der dies geschieht, so empfinde ich das, hat sich zunehmend beschleunigt. Deshalb müsste  Schule verstärkt darauf achten, dass sie mit diesem Wandel schritthält. Ein negatives Beispiel:  Im Hinblick auf die Nachhaltigkeit des Unterrichtens hinkt die Institution Schule der tatsächlichen Lebenswelt der Schüler/innen hinterher. Didaktisch klug aufbereiteter und methodisch geschickt eingeführter Unterrichtsstoff ist häufig schon am Folgetag nicht mehr präsent. Für dieses Problem muss eine Lösung gefunden werden. Ein positives Beispiel: Die moderne Schule bietet, mit mehr individuellen Freiräumen ausgestattet, unseren Schüler/innen zunehmend mehr Möglichkeiten, sich an den eigenen Fähigkeiten und Neigungen zu entfalten.

5.    Raten Sie jungen Menschen, die vor der Berufswahl stehen, auch Lehrer zu werden?

Ja, unbedingt! Lehrersein ist ein toller Beruf! Ich gehe jetzt bewusst nicht auf die Klischees ein, die schon immer an den Stammtischen gepflegt wurden. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn man jungen Menschen etwas mit auf ihren Lebensweg geben kann, was sie bildet und ausbildet. Wenn dann noch eine entsprechend positive Rückmeldung von Schülern/innen kommt – was will man mehr? Es ist aber auch herausfordernd und anstrengend, immer mit Menschen mit ihren unterschiedlichen Stärken und Schwächen, Neigungen und Abneigungen arbeiten zu müssen, ständig einer Öffentlichkeit von 20 – 30 Schüler/innen ausgesetzt zu sein, die sich am Mittagstisch noch multipliziert und die spätestens dort eine unkontrollierbare Eigendynamik entwickelt. Es ist belastend, zunehmend als Reparaturanstalt für erzieherische und gesellschaftliche Defizite herhalten zu sollen. Dies alles muss man bedenken.

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